Filana
the new heroine in Perry Rhodan
"In der Hölle von Whocain" by Leo Lukas
since August 2005: www.perry-rhodan.net

fig.: Copyright by Swen Papenbrock und Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Invented by the Austrian Perry Rhodan author Leo Lukas the role of the Positronic Filana becomes more important in this novelette. In the two novels before she appeared more like a dumb but good looking girl. In the new one Filana gets a computer which connects her with the population of the Kybb - sometimes against her will ... The novel is written in German. more culture >>>

Leseprobe:

....

Filana versuchte sich durch Autogenes Training zu entspannen. Doch die lästige Stimme meldete sich immer wieder.

#Ich könnte dich reparieren. Damit du schlafen kannst. Richtig. Das willst du doch, oder?#

Und ob. Sie hätte viel dafür gegeben, sehr viel. Ihre geistige Gesundheit stand an der Kippe.

Konnte es sein, dass die neue Stimme, die zum Unterschied von den anderen zu keiner Person aus ihrer Vergangenheit gehörte, eine Manifestation dieses Wunsches darstellte?

#Manifestation kommt ganz gut hin.#

Oder wurde sie schizophren? Waren dies die ersten Anzeichen psychischer Zerrüttung?

#Du bist ein harter Brocken, weißt du das? Gucky war bedeutend leichter von meiner Existenz zu überzeugen.#

Die Stimme schwankte, klang mal weit weg, dann ganz nah, mal wie ein junges Mädchen, mal wie ein brummiger alter Mann.

#Weil ich immer instabiler werde. Mir geht die Energie aus, Filana! Meine Akkus halten höchstens noch ein paar Stunden. Sonst würde ich mich dir ja gar nicht offenbaren.#

Außerdem beeinträchtigte diese Stimme ihre sonstige Wahrnehmung nicht. Wenn die anderen Stimmen erklangen, verlor Filana meist vollkommen die Orientierung. Jetzt aber sah sie ganz normal die Decke des Krankenzimmers, die Bilder an den Wänden, hörte die leise Musik ... Mozart, vermutete sie ...

#Nein, Lasky Baty. Hat Rhodan aus Andromeda mitgebracht. Grauenhaft fades Gedudel. Du hörst es auch während ich rede, nicht wahr?#

Das stimmte.

#Weil ich nicht aus deinem Hirn komme, sondern von außerhalb. Über die Schnittstelle. Weil ich verflixt noch mal real bin!#

Filana verkrampfte sich, winkelte die Beine so ruckartig an, dass das Traktorfeld ansprach und ihre Bewegung sanft bremste.

Sie führte nicht nur Selbstgespräche, sondern war drauf und dran, dem anderen Ich Glauben zu schenken!

Sollte sie Sto-Vauzech rufen?

#Bloß nicht!#

Sie hatte dem Ara noch nie von den Stimmen erzählt, die sie heimsuchten. Das war vielleicht ein Fehler gewesen.

#Nein, das ist schon richtig so. Mensch Filana, mir läuft die Zeit davon. Ich brauche dich. Und du wirst sehen, du kannst mich auch gut brauchen. Rechner sind mein Ding. Ich kann nicht leben ohne sie, im wahrsten Sinn des Wortes.#

Es klang so verzweifelt, so echt ...

Einmal angenommen, die Stimme kam tatsächlich von woanders. Wie sollte sie das beweisen?

Das Hauptproblem bei der Diagnose metakognitiver Phänomene: Wie war die Herkunft verschiedener als Sinneseindrücke wahrgenommener Gedanken-Inhalte zweifelsfrei festzustellen?

Gar nicht.

#Normaler Weise könnte ich mich dir zeigen. Doch ich habe nicht mehr genug Kraft dazu.#

Das wäre sowieso keine Lösung. Ob akustische oder optische Illusion, spielte keine Rolle.

#Du hast #mich# noch nicht gesehen, gute Frau. Aber egal. Mir ist was eingefallen. Kannst du selbst das Traktorfeld abschalten?#

Dumme Frage. Dann hätte die Vorrichtung ja ihren Sinn verloren.

#Ausgezeichnet. Was würdest du dazu sagen, wenn ich es desaktiviere?#

Filana lachte auf. Es wurde immer irrer. #Sie# wurde immer irrer.

#Hör zu, ich kann nur diese eine Handlung setzen. Zu mehr reicht’s nicht mehr. Also, wenn ich das Feld ausschalte – glaubst du mir dann? Und wirst du tun, was ich verlange?#

Das kam darauf an.

#Du musst in eine Nebenstelle der Bordpositronik gehen. Dort ist – dort #bin# ich. Noch.#

Gehen? Sie hatte ein gebrochenes Bein!

Außerdem hing sie am Tropf, und am Medo-Servo. Der würde sofort Alarm schlagen. Dann kam Sto-Vauzech, oder ein anderer diensthabender Arzt. Und sie würde endgültig für unzurechnungsfähig erklärt werden.

#Keine Sorge, das pegle ich.#

Vielleicht vermochte sie ja doch wieder zu träumen. In diesem Fall war das einer der schrägsten Träume, die sie je gehabt hatte.

#Filana! Tust du’s?#

Müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Die Stimme war ein Produkt ihrer überreizten Nerven, und der mangelnden Kompatibilität ihres Gehirns mit den positronischen Implantaten. Und eine eingebildete Stimme konnte ganz sicher nicht den Medo-Servo dahingehend beeinflussen, dass er das Schutzfeld aufhob.

#Kann ich doch!#

Für ein Sekundenbruchteil flackerte das Licht. Dann öffnete sich in der Wand eine Klappe, und ein Rollstuhl kam ans Bett gefahren.

#Los, steh auf. Mach schon, wir haben’s eilig.# Die Stimme war jetzt viel leiser, nur ein weit entferntes Flüstern.

#Kunststück. Ich bin fast am Ende. Gehen wir!#

Probeweise schwang Filana die Beine über die Bettkante. Kein Traktorfeld hinderte sie.

Das war vollkommen verrückt. Aber sie würde ohnehin in der Klapsmühle landen. Also ...

Also löste sie die Schläuche von ihrem Körper und hievte sich vorsichtig in den Rollstuhl.

Um 23:59:58 am 23. Mai NGZ verließ Filana Karonadse die Krankenstation der LEIF ERIKSSON. Sie sollte nie mehr hierher zurückkehren.

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